Aufrechte Trespe des Monats August

ist: der Röhrenaal.

Der Röhrenaal steckt im Internet ach Quatsch im Meeresboden, und das in Kolonien von einigen bis zu mehreren Tausenden. Quasi dicht an dicht. Jeder Röhrenaal hat ein eigenes Loch im Boden, wo er oben rausguckt, und weil das alle Röhrenaale machen, sieht das wie ein Teppich aus Fischköpfen aus. Oder wie ein Zuckerstangenfeld, denn Röhrenaale sind gepunktet, gestreift oder sonstwie bemalt, ziemlich lustig anzuschauen.

Wenn ein potenziell böser Feind kommt, der die möglicherweise wegpopeln will, dann verschwindet die ganze Kolonie bereits bei vielen Metern Entfernung des ausgemachten potenziellen Fischstraf- und Fischintensivtäters langsam im Boden.

Röhrenaale heben ihren Hintern niemals aus dem selbstgebuddelten Sessel, deswegen nennt man sie sessil. Sie sind die einzigen Fische der Welt, die so ver-sessen darauf sind, dort sitzen zu bleiben, wo sie sitzen, und sie sind sogar die einzigen Wirbeltiere, die das Rumsesseln in ihrem Loch so hartnäckig betreiben.

Fressen tut ein Röhrenaal Zooplankton, und das tut auch der Nachbar-Röhrenaal, und dessen Nachbar macht das auch, und so weiter. Hierzu pendeln sie mit dem Vorderkörper im Wasser herum, wie das aussieht, müsst ihr euch jetzt mal kurz selbst vorstellen.

Ja und dann war da noch die Sache mit der Fortpflanzung. Immer wenn die Röhrenaale statt zu fressen, sich gegenseitig mit aufgesperrten Mäulern doof anmachen, dann sind das zwei Macker die in Balzlaune sind und sich gegenseitig wegimponieren wollen. Das sieht dann vermutlich ein bisschen so aus wie ein miesgelaunter Klettverschluss, weil natürlich keiner dieser Heinis weggeht und beide mit den Popos im Grunde stecken bleiben. Wenn diese Fische Geräusche machen würden, wäre das vermutlich auch so ein Klettverschluss-Bratzen.

Ist aber nun der Nachbar ein Weibchen… tya und hier brechen die Forscherberichte ab. Nicht weil da so wagemutige Dinge passieren, sondern weil die Forscher sich wild widersprechen – die einen meinen, die Aalmacker schwimmen doch mal rum, die anderen meinen, die bewegen sich nie & nimmer, sondern würden sich nur so gegenseitig abschlingern dann; aber wer traut schon Forschern die nicht mal sagen können, wie die Eier oder die Jungröhrenaallarven aussehen? Eben. Keiner.

Es gbt zwei verschiedene Gattungen Röhrenaale und ganz viele verschiedene Arten, deren lateinische Namen einer bekloppter als der andere klingen – Gorgasia maculata der Perlenröhrenaal, oder der Heteroconger hassi Ohrfleckröhrenaal, welcher nach Hans Hass benannt wurde, den einige von euch vielleicht noch ausm Tauchsiederfernsehen der 60er Jahre kennen.

Außerdem gibts noch irgendne doofe Firma, die den Namen die den Namen für ein Kabeleinziehsystem benutzt; das Ding sieht eher aus wie ein Mix aus LAN-Kabel und Abflussreinigungsspirale, und ich glaube es funktioniert auch so ähnlich. Diese Sorten Röhrenaale tragen aber keine lateinischen Namen.

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